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Die „Almtaler Sonnenuhr“

Klettersteige über der Röll

Die Almtaler Sonnenuhr Gehzeit:
Zur Pühringerhütte 3,5–4 h, auf das Rotgschirr 2,5 h, Abstieg 1,5 h, über die Grießkarscharte zum Almsee 4 h.

Charakter:
Hochalpine Bergtour mit mehreren ausgesetzten, aber gut gesicherten Felspassagen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind notwendig; nicht bei Nebel oder Schneelage gehen!

Ausgangs-/Endpunkt:
Almsee, 589 m, Seehaus am Südufer.

Rastmöglichkeiten:

am Almsee, Pühringerhütte

Wanderinformation

Hier klicken um die Karte zu vergrößern!Die Erschließungsgeschichte der Berge verzeichnet nicht nur Adelige und Alpinhelden: Im Toten Gebirge
verewigt sie auch den Welser Finanzbeamten Sepp Huber, der am Beginn des 20. Jahrhunderts, als das Tote Gebirge noch ein hermetisch abgeschlossenes Jagdgebiet war, den Bersteigern die nordseitigen
Zustiegswege freistritt und mit Eisen sicherte. Gute Kondition und sicheres Wetter braucht man aber nach wie vor, um vom Almsee zur gewaltigen und wüstenhaft öden Hochfläche des Gebirgsstocks hinaufzukraxeln. Die gewaltigen Kalkgipfel zwischen dem Rotgschirr und dem Woising, die den Almtaler Bauern einst als natürlicher Sonnen- Chronometer dienten, sollten Sie jedenfalls erst dann anpeilen, wenn
der letzte Schnee der ersten Blütenpracht Platz gemacht hat. Unsere Tour beginnt auf der Forststraße, die vom Almsee-Südufer in den tief eingeschnittenen Felskessel der „Röll“ führt. Woher dieser seltsame Name kommt? Bei Unwettern kracht hier das Geröll, das die Felsschluchten rundum in Massen ausspucken. Bald zweigen wir links auf den Sepp-Huber-Steig (Markierung Nr. 214) ab. Mit Hilfe von Stahlseilen und Leitern überwindet man die Felsstufen des stellenweise noch bewaldeten Ahornkares. Oben auf dem Röllsattel liegt dann das Karstplateau wie mit einem Paukenschlag vor Ihnen. Am Fuße des tafelbergartigen Rotgschirrs, das sich ebenfalls auf einem gesicherten Steig überlisten lässt, überqueren Sie es bis zum Ausseer Weg (Nr. 201), der rechts zur Pühringerhütte zieht. Eine anspruchsvolle Abstiegsmöglichkeit bietet sich über die urweltliche Grießkarscharte an: Dazu wandern
Sie auf dem Weg Nr. 201 Richtung Ausseerland, vorbei am Elmsee und in die Elmgrube. Dort zweigen
Sie rechts ab, steigen zum Abblasbühel an und folgen dahinter, auf der „Wiesen“, dem rechts abbiegenden Pfad Nr. 213 in die Steinöde. In der Urlandschaft der Grießkarscharte, zwischen dem Elfer- und dem Zwölferkogel, erwarten Sie riesige Felsplatten und Schnee bis in den Sommer hinein. Dahinter heißt es, mit Hilfe von Stahlseilen und über eine Leiter in die haltlose Tiefe zu turnen – der Eindruck dieser steilen Felslandschaft ist überwältigend. Es folgt ein langer Steilabstieg in die Röll, dann geht’s auf der
bereits bekannten Forststraße eben zum Almsee hinaus.


Dieser Wanderweg wird Ihnen präsentiert von

Kompass Verlag
Lizenznr.: 18-0205-ILAB