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Naturerlebnis am Innradweg

Einen Baum zum Frühstück

Wo Biber hausen, fühlen sich auch Radler wohl. Ausgangspunkt:
Braunau am Inn, Bahnhof, 353 m. Zufahrt von Linz über Wels
(Linie 15), von Salzburg über Steindorf bei Straßwalchen (Linie 19).

Charakter:
einfache Radtour mit erlebnisreicher Wanderung für die ganze Familie.

Strecke:
Braunau – Frauenstein 10 km, über das Kraftwerk – Ering – Simbach – Braunau 14 km.

Wanderung:
Kraftwerk – Infozentrum Ering – Naturlehrpfad – über den Damm retour 2,5 h.

Höhenunterschied:
gering.

Einkehr:
in Mining, Ering und Braunau.

Radwanderinformationen

Wegbeschreibung:
Aenus, „der Schäumende“, war ein wilder Geselle, der sich, aus den vergletscherten Zentralalpen kommend, im bayerisch-oberösterreichischen Flachland so richtig breit machte. Erst um 1900 begradigte man den Inn, ab 1939 entstanden die ersten Kraftwerke. Zwischen ihren Dämmen lagerte sich im Lauf der Zeit allerhand Schlamm ab und auf dem gedieh ein neuer Auwald. Dass sich dort auch viel Nahrung fand, sprach sich unter dem Federvieh schnell herum:

Heute gilt das Europa-Naturschutzreservat am Unteren Inn als eine der wichtigsten Drehscheiben im interkontinentalen Vogelzug. Die vielleicht schönste Möglichkeit, die Inn-Auen zu erleben, ist eine Kombination aus Rad- und Lehrpfadwanderung: Der bayerischoberösterreichische Inntalradweg zwischen Braunau/Simbach und Frauenstein/Ering – die Rundtour ist mit einem Vogelsymbol gekennzeichnet – verspricht einen abwechslungsreichen Drahteselritt, der in der historischen Altstadt von Braunau beginnt und bald darauf an der idyllischen Bucht beim Schloss Hagenau vorbeiführt.

In Frauenstein biegen wir links ab, überqueren das Kraftwerk und erreichen auf der bayerischen Seite das Infozentrum Ering. Kurz davor führt rechts ein mit roten Punkten markierter und mit etlichen Schautafeln versehener Naturerlebnispfad ins Augebiet und zu einem Aussichtsturm. Für die dritte und letzte Etappe über Prienbach und Simbach nach Braunau treten Sie dann wieder lustvoll in die Pedale.

Im Verlauf eines Jahres können Sie hier gezählte 296 Vogelarten sehen – also praktisch alle, die in Mitteleuropa vorkommen. Im Frühjahr ist ein philharmonisches Konzert von Blaukehlchen, Rohr- und Schlagschwirl, Pirol und Sumpfrohrsänger zu hören, und die Frösche geben den Takt vor. Auch die Augen kommen nicht zu kurz: Blausternchen, Anemonen und seltene Orchideen erfüllen das Augebiet mit Farbe, ungehemmt wachsende Bäume und Büsche mit kunstvollen Strukturen.

Mit etwas Glück entdecken Sie sogar einen übers Wasser schwirrenden Eisvogel oder gar einen der scheuen Biber, die hier seit den 1970er Jahren wieder ansässig sind. Die Spuren der größten Nagetiere Europas – manche Exemplare werden bis zu 30 kg schwer – finden Sie da und dort. Also nicht böse sein, wenn Ihnen plötzlich ein kleiner umgestürzter Baum den Weg versperrt – auch Meister Biber muss einmal frühstücken!

Dieser Radwanderweg wird Ihnen präsentiert von

Kompass Verlag
Lizenznr.: 18-0205-ILAB